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Presseinformation

Neue Chance für Kniegelenke: Rekonstruktionstechnik der Beinachse

Vor allem Fußballer kennen das Problem: O-Beine. Kritisch sind sie nicht nur aus Gründen der Eitelkeit, sondern sie können zu einem gravierenden gesundheitlichen Problem werden. Im Rahmen des orthoMIT-Teilprojektes „Umstellungsosteotomie“ forschen die Wissenschaftler des Helmholtz-Institutes für Biomedizinische Technik der RWTH Aachen an neuen Therapiewerkzeugen. Ein- oder beidseitige Abweichungen der Beinachse im Sinne einer O- und X-Verbiegung stören die Biomechanik des Körpers. Vergleichbar mit der falschen Spureneinstellung beim Auto, wodurch es zu einem verstärkten einseitigen Reifenabrieb kommt. Vor allem bei extremen Fehlstellungen werden Knorpelflächen und die Menisken verschlissen und können beim Patienten Schmerzen verursachen. Mit so genannten Korrekturosteotomien lösen Orthopäden das Problem. Dabei werden die Knochen durchtrennt und anschließend in einem neuen Winkel wieder zusammengesetzt.

Das stellt die behandelnden Ärzte vor eine knifflige Aufgabe: Wo wird der Schnitt angesetzt, um eine erstklassige Korrektur erreichen zu können? Die Aachener Forscher entwickeln ein neuartiges Computerprogramm, mit dessen Hilfe die Chirurgen die Knochenschnitte und die Änderung der Beingeometrie in allen Freiheitsgraden exakt durchführen können. Das ist entscheidend für den Erfolg der Operation. Denn werden die Schnitte falsch gesetzt, können die Knochen nicht exakt wieder zusammengesetzt werden. Die anspruchsvolle räumliche Planung und die schwierige operative Umsetzung auf der Basis von konventionellen Röntgenprojektionen hat in der Vergangenheit zu Versagensraten von bis zu 70 % geführt. Ziel ist es, die Erfolgsquote der Operationen durch das hochinnovative Planungs – und Navigationsmoduls signifikant zu steigern. Durch die neue Entwicklung hat der Chirurg die Möglichkeit, intraoperativ kalibrierte Röntgenbilder zu nutzen, um so eine höhere geometrische Flexibilität und individuelle Korrektur zu erzielen. Auf diese Weise können im Vergleich zu konventionellen Osteotomietechniken auch komplexere Deformitätenkorrekturen an Röhrenknochen vorgenommen werden. Erste Laborstudien des Moduls haben sehr gute Ergebnisse erzielt. Der Knochenschnitt muss bis zur Ausheilung mit Platten und Schrauben oder Knochenklammern gesichert werden. Die volle Belastbarkeit ist nach 6-8 Wochen Schonung wieder hergestellt. Danach können die Patienten auch ohne O-Beine wieder uneingeschränkt Sport treiben.

Pressekontakt

Weitere Informationen und Bildmaterial erhalten Sie hier:

orthoMIT-Geschäftsstelle,

c/o Aachener Kompetenzzentrum Medizintechnik,

Mareike Feilen, Telefon: 0241/963-2425, Fax: 0241/963-2421

 

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