Presseinformation
orthoMIT – Minimal-invasive Orthopädische Therapie
Aachen, Juli 2007 – Es ist ein Projekt der Superlative: Im Verbundvorhaben orthoMIT - Minimal-invasive Orthopädische Therapie entwickeln 24 Partner aus Klinik, Forschung und Industrie aus ganz Deutschland eine Integrierte Plattform für schonende operative Therapie in der Orthopädie und Traumatologie. Im Mittelpunkt stehen dabei die Hüft-, Knie- und Wirbelsäulenchirurgie. orthoMIT ist eines der bundesweit größten Projektvorhaben der orthopädischen Forschung, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter der Leitvision „Schonendes Operieren mit innovativer Technik“ bis zum Jahr 2010 mit fast 13 Millionen Euro gefördert wird. Der Verbund wird von Aachen aus gesteuert.
„Mit orthoMIT geht die Roboter-Chirurgie neue Wege. Wozu man früher mannshohe Maschinen brauchte, reicht heute ein Gerät in Föngröße“, bringt orthoMIT-Sprecher Professor Fritz-Uwe Niethard, Direktor der Orthopädischen Klinik des Universitätsklinikums Aachen, den klinischen Fortschritt auf den Punkt. Im Mittelpunkt der orthoMIT-Forschung mit ihren zehn Teilprojekten steht die Entwicklung verbesserter Verfahren für die intraoperative Ultraschallbildgebung und –referenzierung, die 3D-FPD-Röntgenbildgebung sowie die Erforschung neuer miniaturisierter, sensor-integrierter Instrumente, wissensbasierter Planungs- und Navigationssysteme und aktiver Robotersysteme. orthoMIT verfolgt das Ziel der Kostensenkung orthopädischer Eingriffe mit einem integralen Ansatz: Verbesserung des Workflows im OP-Bereich, Integration entlang des Behandlungsverlaufes bis zur Rehabilitation, Berücksichtigung der typischen Wertschöpfungskette bei der Entwicklung von Medizinprodukten - von der Forschung bis zur Verwertung durch die beteiligten Industriepartner.
Die Herausforderung wächst: Mit steigender Lebenserwartung werden Erkrankungen und Verletzungen an Muskeln und Skelett immer häufiger. Pro Jahr müssen sich in Europa mehr als eine Millionen Patienten orthopädischen Operationen unterziehen, was einen krankheitsbedingten Ausfall von 50 Millionen Arbeitstagen bedeutet. Über 180.000 Hüft- und 120.000 Kniegelenkersatz-Operationen werden jedes Jahr in Deutschland durchgeführt, über 15 Prozent dieser Operationen sind Revisionseingriffe, das heißt, es wird ein bereits früher implantiertes Kunstgelenk ersetzt. Die Kosten für die Eingriffe, die bei Patienten im Durchschnitt einen Krankenhausaufenthalt von zwölf Tagen erfordern, lagen im Jahr 2002 bundesweit bei über 4,39 Milliarden Euro. Neben einer Reduzierung der hohen Kosten von Krankenhausaufenthalten und Rehabilitation sollte eine Verbesserung der Lebensqualität, Arbeitskraft, Mobilität und Eigenständigkeit der Patienten ein wesentliches Ziel sein. Es sind daher innovative Konzepte einer schonenden und kosteneffizienten orthopädischen Therapie gefragt, die die neuesten technologischen Anforderungen erfüllen. orthoMIT setzt dabei auf minimal-invasive Operationsverfahren, die zur schnelleren Genesung und Mobilisierung des Patienten beitragen. Durch die kürzere Narkosezeit, den geringeren Blutverlust und die kleinere Wunde kann der Patient sich schneller erholen. Darüber hinaus führt die kürzere Verweildauer des Behandelten im Krankenhaus zu einer erheblichen Kostenreduktion.
Dem Operateur stehen heute eine Vielzahl von Systemen zur Verfügung, mit denen er Eingriffe an Wirbelsäule, Knie oder Hüfte vornehmen kann. Der Operationssaal droht zum Apparatepark zu werden. Damit sind nicht nur immense Kosten verbunden, für den Arzt wird es auch immer schwieriger, alle nebeneinander bestehenden Systeme zu bedienen. „Wir brauchen flexible Module und ein einheitliches System für den OP“, fordert deshalb der Technische Koordinator Professor Radermacher. Die Entwicklung eines Operationssaals der Zukunft mit integrierter chirurgischer Plattform am Universitätsklinikum Aachen soll im Rahmen von orthoMIT eine Antwort auf dieses Problem geben. Ziel ist es, dem OP-Team ergonomisch gestaltete, chirurgische Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, die die neuesten technologischen Anforderungen erfüllen, jedoch gleichzeitig das Operationsteam entlasten. So kann eine optimale Konzentration auf den Patienten und die therapeutische Mission gewährleistet werden. Das ist der Grund, warum das Projekt auch die integrierte Entwicklung von modernsten computergestützten Lern- und Trainingssystemen für die Operateure vorsieht. Geübte Chirurgen erzielen die besten Operationsergebnisse und benötigen beim minimal-invasiven Vorgehen weniger Zeit, so dass die Operationskapazität effizienter genutzt werden kann. Am Ende werden Patienten und auch das medizinische Personal von den Ergebnissen minimal-invasiver Verfahren und weniger Strahlen- und Arbeitsbelastung profitieren. orthoMIT trägt mit der Etablierung einer neuen Form chirurgischer Arbeitsplätze und Werkzeuge mit dazu bei, die globale Rolle der deutschen Industrie für orthopädische Chirurgieprodukte zu stärken.
Pressekontakt
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orthoMIT-Geschäftsstelle,
c/o Aachener Kompetenzzentrum Medizintechnik,
Mareike Feilen, Telefon: 0241/963-2425, Fax: 0241/963-2421
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